Das Aufmerksamkeits-Defizitsyndrom ohne (ADS) oder mit Hyperaktivität (ADHS) wird bei Kindern und Jugendlichen zunehmend diagnostiziert. "Menschen mit ADS/ADHS gab es schon immer. In unserer Lebenswelt heute führt der Wahrnehmungsstil bei ADS/ADHS aber immer häufiger zu Problemen und früherer Auffälligkeit". Konkret heißt dies auf Kinder und Jugendliche bezogen: Sie sind offen für alles und da unser heutiges Leben ständig mehr und neue Reize bietet und zudem immer unübersichtlicher wird, werden für ADS/ADHS - Kinder die Orientierungsmöglichkeiten immer geringer und die Versuchungen immer größer. Kinder und Jugendliche mit ADS/ADHS zeigen oft Probleme und Auffälligkeiten im sozialen Umgang und im schulischen Verhalten. Gerade in der Schule wird von Kindern immer früher Selbstständigkeit, Teamfähigkeit, Anpassungsbereitschaft und Leistungsstärke erwartet.
Um Ihnen Sicherheit und Verlässlichkeit zu vermitteln benötigen ADS/ADHS - Kinder daher einen klar strukturierten, überschaubaren Alltag und einen konsequenten Erziehungsstil, da sie sich an den immer wiederkehrenden Strukturen und deren Ritualen orientieren können. Mit bewährten Orientierungshilfen wird Störungen wie Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität fachlich qualifiziert begegnet.
ADS/ADHS - Kinder haben oft Defizite im Bereich des sozialen Lernens, ihre emotionale Intelligenz reift oft später. Soziales Lernen und Nachreifung gelingen besser in überschaubaren Kleingruppen von 8 bis 10 Kindern. Schulklassen in öffentlichen Schulen sind zu groß, Familien erreichen nur selten die Größe einer Kleingruppe. Die familienergänzende Gemeinschaftserziehung ist daher eine Chance, um eine Ausgrenzung der ADS/ADHS - Kinder zu vermeiden. Das Internat Bad Fredeburg ist seit vielen Jahren auf den Umgang mit ADS/ADHS - Kindern und Jugendlichen spezialisiert und bietet die erforderlichen Rahmenbedingungen. Dadurch können die ADS/ADHS - Kinder, die im Internat leben, im öffentlichen Schulsystem bleiben. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Therapeuten, Internat, Schule und Eltern ist eine Voraussetzung. "Die Schule für Kinder und Jugendliche mit ADHS gibt es nicht! Und es wird, kann und soll sie auch nicht geben. Denn diese Kinder und Jugendlichen müssen lernen, mit anderen umzugehen und sich anzupassen, in unserer Zeit heute ggf. immer häufiger unter Medikation. Eine Herausnahme aus dem Regelschulsystem ist nur in schweren Fällen sinnvoll." (Zitate aus: C. Neuhaus, Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme, Urania Ravensburger, Berlin 2000)




